Januar 2020

Vom Dengue Fieber zum Corona Virus?

So haben wir uns das nicht vorgestellt

 

Bereits zehn Tage nach unserer Ankunft in Nha Trang hatte das böse Dengue Fieber bei Elke und mich voll im Griff. Noch keine Erkrankung hat uns soviel Kraft gekostet.

 

Aktuell schützen wir uns vor dem Corona Virus, da Tausende chinesische Touristen in der Stadt sind. Aber davon später. Beginnen wir mit unserer Anreise über Doha in Qatar.

 

Doha in Qatar

Elke im The Pearl Village
Elke im The Pearl Village

 

 

 

Am 1. Dezember verließen wir von München aus Deutschland und flogen mit einer B777-300 von Qatar Airlines nach Doha.

 

Bereits im letzten Jahr waren wir sehr angetan vom Fliegen mit dieser Airline. Auch auf diesem Flug gab es zahlreiche freie Sitzplätze, so dass wir uns gut ausbreiten konnten.

 

Doha hatte uns schon 2018 sehr gut gefallen, viel besser als zum Beispiel Dubai. Im letzten Jahr dauerte unser Zwischenstopp dort zwei Tage und dieses Mal blieben wir drei Tage dort.

 

Die Stopover Angebote von Qatar Airlines sind sehr gut und günstig und so mieteten wir uns im Grand Hyatt Doha Resort & Spa ein.

 

Das Resort ist eine schöne Anlage sogar mit Privatstrand zum Meer. Es gibt dort auch eine tolle Poolanlage, in der wir uns auf die Zeit in den Tropen vorbereitet haben.

 

Im netten Souq Waqif in der Innenstadt hat Elke dann wieder Gewürze gekauft, die wir nach Nha Trang mitgenommen haben.

 

 


Grand Hyatt Doha Resort & Spa
Grand Hyatt Doha Resort & Spa
Pool Anlage 1
Pool Anlage 1

Hotel Strand
Hotel Strand
Cafe im Grand Hyatt
Cafe im Grand Hyatt

Yachthafen The Pearl
Yachthafen The Pearl
The Pearl Apartments
The Pearl Apartments

 

 

Am 04. Dezember flogen wir mit einer B777-300 von Qatar Airlines nach Saigon (Ho-Chi-Minh City). Auf diesem Flug hatte dann jeder von uns eine komplette Sitzreihe für sich. Elke konnte da sogar schlafen.

 

In Saigon blieben wir nur eine Nacht in einem unserer Lieblingshotels, dem Grand Hotel Saigon. Mittags am 05. Dezember flogen wir dann in einem A321 von Vietnam Airlines nach Nha Trang. Der Fahrer wartete bereits auf uns und nachmittags waren wir wieder mit Luong und Dung zusammen.

 

Abends ging es dann gleich ins Zallo Buffet Restaurant, gleich bei uns um die Ecke. Da hat man am Tisch einen oder mehrere Holzkohlegrills und bestückt ihn mit allem vom umfangreichen Buffet.

 

Zallo Buffet 1
Zallo Buffet 1
Zallo Buffet 2
Zallo Buffet 2

Dung im Zallo Restaurant
Dung im Zallo Restaurant
Vinh als Griller
Vinh als Griller

Plötzlich Dengue Fieber!

 

 

Die ersten Tage in Nha Trang verbrachten wir vor allem mit Dung. Wenn er von der Schule kam kümmerten wir uns um ihn oder fuhren am Wochenende gemeinsam zum Baden und Schwimmen.

 

Luong war ständig voll beschäftigt. Vom Morgen bis in die Nacht war sie unterwegs, um für ihre zahlreichen Klienten Apartments zur Verfügung zu stellen. Problematisch wurde es vor allem, da ein neues Apartmenthaus die Erstbezüge um sechs Wochen hinausschob, da angeblich noch nicht alle notwendigen Papiere für den Einzug vorlagen. Da musste Luong plötzlich für die Übergangszeit etwa acht Ersatzwohnungen besorgen.

 

Selbst zu ihrem Geburtstag war keine Zeit um gemeinsam ins Restaurant zu gehen. Es reichte nur nachmittags für ein Stück Kuchen.

 

Luong und Dung bei ihrem Geburtstag
Luong und Dung bei ihrem Geburtstag

 

Tagsüber besuchten Elke und ich dann den Spa, in dem wir im letzten Jahr immer massiert wurden. Ich vermute, hier muss uns die Dengue Mücke erwischt haben. Knapp eine Woche später waren wir in einem anderen Spa wegen Fußpflege, Maniküre und Haarschneiden.

 

Danach wollte Elke in die Mall um die Ecke, um dort nach Schuhen und Handtaschen zu schauen. Nach einer Minute verließ sie kreidebleich den Laden und klagte über starke Kopfschmerzen.

 

Wenn Elke nach so kurzer Zeit einen Schuhladen verlässt, dann muss sie wirklich krank sein. Wir fuhren nachhause und griffen zum Fieberthermometer. Bei 38,5° vermuteten wir, dass bei Elke eine Erkältung vorhanden ist. Abends dann begannen bei mir dieselben Symptome. Nachts hatten wir schon gut 39°.

 

 

 

Am nächsten Morgen fuhren wir Beide mit Luong ins Hospital, um uns untersuchen zu lassen und einen Bluttest in Auftrag zu geben. Bereits nach dreißig Minuten hatten wir das Ergebnis. Denguefieber!

 

Ein Jahr zuvor hatte sich Luong ebenfalls mit Dengue infiziert und wir erinnerten uns noch gut daran wie schlecht es ihr ging. Leider gibt es keine Medikamente gegen diesen bösen Virus, der von der tagesaktiven Tigermücke übertragen wird. Nur Mengen an Paracetamol gegen das Fieber und Vitaminpräparate wurden uns verschrieben. Andere Schmerzmittel darf man nicht nehmen, da sonst innere Blutungen entstehen können.

 

In den nächsten Tagen und Nächten stieg das Fieber ständig auf 40°, die Kopfschmerzen waren unerträglich und der Kreislauf war stark gestört. Luong presste permanent Orangen und Karotten für uns, da wir ansonsten kaum etwas essen konnten.

 

Mehrfach überlegten wir ob wir ins Krankenhaus gehen, da wir auch eine gute Auslandskrankenversicherung haben. Aber wir warteten ab, da auch dort kaum etwas anderes gegen das Dengue getan werden konnte. Im letzten Jahr mussten wir Luong ins Hospital bringen, da sie trotz unserer ständigen Aufforderung viel zu wenig getrunken hatte, völlig dehydriert war, deshalb an den Tropf musste und wegen Atemnot auch Sauerstoff brauchte.

 

 

Weihnachten 2019
Weihnachten 2019
Weihnachten 2019
Weihnachten 2019

 

 

Selbst das sonst immer übliche Weihnachtsessen, das Elke jedes Jahr zubereitet hatte, fiel aus. Zur Zubereitung und zum Essen waren wir viel zu schwach. Weihnachten verbrachten wir nach der Bescherung für Dung auch mit starkem Fieber im Bett.

 

Vierzehn Tage nach Ausbruch der Krankheit waren wir zwar schon einige Tage lang fieberfrei aber die physische und psychische Schwäche war immens. Auf der Straße konnten wir nur knapp 200 m laufen und mussten dann einen Sitzplatz finden. Das einzige positive an dieser Erkrankung ist, dass wir jeder einige Kilos abgenommen haben.

 

 

Nun immun gegen den Dengue Virus?

 

Immer wieder werden wir gefragt ob man nach der Erkrankung mit Dengue dann immun gegen die Krankheit ist. Leider kaum!

 

Es gibt vier Stämme vom Dengue Virus.  Sollten wir mit einem Virus aus demselben Stamm infiziert werden, dann sind wir immun. Aber nicht bei den anderen drei Stämmen. Da kann eine Infektion dann noch deutlich problematischer werden, das heißt es kann zu einer hämorrhagischen Krankheitsform kommen, bei der man sofort in intensivmedizinische Behandlung muss.

 

Da heißt es nur positiv denken.

 

Sylvester Essen

 

Im letzten Jahr begannen wir am letzten Tag des Jahres Freunde und Bekannte in Nha Trang ins Truc Linh 2 einzuladen. Für uns ist es seit Jahren das beste Seafood Restaurant in Nha Trang. Das wird dann immer ein interessanter Abend mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Kulturen.

 

Neben Luong, Dung, Vinh, Elke und Peter waren Ilya und Tatjana aus Russland unsere Gäste. Luong und Vinh arbeiten häufig mit Ilya zusammen, wenn es sich um russische Klienten handelt. Dazu kamen Hai und Anna, zwei Nonnen die hier eine katholische Mädchenschule leiten. Dort können Mädchen aus armen Familien bis zur 12. Klasse die Schule besuchen. Hai und Luong sind Freundinnen aus demselben Dorf und sind früher zusammen in Nha Trang auch zur Klosterschule gegangen.

 

Seafood im Truc Linh 2
Seafood im Truc Linh 2
Sylvester Essen
Sylvester Essen

 

Dann kam Linh und brachte drei vietnamesische Mitarbeiterinnen und Dimitrios, einen Gast aus Bulgarien mit.

 

Luong ist mit Linh befreundet und erzählte uns, dass Linh 15 Jahre in England gelebt und studiert hat. Dort in London hat sie eine Möbelfirma und ein Hotel. 

 

Hier in Nha Trang hat sie 25 Wohnungen im Panorama Apartment Gebäude erworben, die sie wie ein Hotel vermietet. Luong hat mehrere dieser Wohnungen vermietet.

 

Wie überrascht waren wir als uns Linh auf Deutsch ansprach. Sie hat zwar 15 Jahre in London gelebt und studiert aber eigentlich kommt sie wie wir aus Delmenhorst bei Bremen. Da stellten wir fest, dass ihre Eltern und sie etwa 300 m von unserem damaligen Haus entfernt wohnen. 

 

Als Linh erfuhr, dass meine Geburtsstadt Berlin ist, da gab es das nächste Hallo. Ihr Lebenspartner Hagen ist Kieferorthopäde in Berlin. Also musste ich dann gleich noch mit ihm in Berlin telefonieren.

 

Wir haben uns am gesamten Abend außerordentlich gut amüsiert und viele Gespräche geführt. So klein ist die gesamte Welt.

 


Linh (ganz rechts) mit ihren Mitarbeiterinnen
Linh (ganz rechts) mit ihren Mitarbeiterinnen

Erholung im Mövenpick Resort

 

Bereits in den letzten drei Jahren haben wir uns im Januar jedes Mal mit der Familie in einem neuen Resort am Bai Dai Beach nahe Cam Ranh eingemietet.

 

Als wir vor sechs Jahren nach Nha Trang kamen gab es nichts an diesem Strand, außer Dünen und einer ganz flachen langen Bucht. In der Zwischenzeit entstand ein 5 Sterne Resort nach dem Anderen. Und es nimmt kein Ende.

 

Dieses Mal brauchten wir nach dem scheußlichen Dengue Fieber eine besondere Erholung für Körper und Geist. Deshalb entschieden wir uns für das neue Mövenpick Resort Cam Ranh, das auch viele Poolvillen vermietet. Das ist für unseren Dung das Größte. Von morgens bis abends im Pool oder im Meer oder auf den Rutschen dahin. Auf der Webseite sah Dung aber auch, dass dort ein großer Kletterpark ist.

 

Wir bekamen eine schöne Poolvilla mit 277 m², zwei großen Schlafzimmern, zweieinhalb Bädern, einem riesigen Wohn- und Essbereich und einer großen Terrasse mit Pool. Hier begann die Erholung pur.

 

Sehr bald wollte Dung dann in den Kletterpark, der voll professionell betreut wird. Ihm wurde ein Klettergeschirr angepasst und zuerst übte er zwei Stunden das Klettern in geringer Höhe aber trotzdem im Sicherheitsseil eingeklinkt. Dann wollte er in größere Höhen. Ohne jede Angst begann er seine Kletterei bis etwa zur Höhe von 10-12m, natürlich gut angeseilt. Wie immer kannte er keine Erschöpfung und wollte nicht stoppen, bis Ong Peter ein Machtwort sprechen musste.

 

 

Poolvilla
Poolvilla
Wohnraum
Wohnraum

Schlafzimmer 1
Schlafzimmer 1
Schlafzimmer 2
Schlafzimmer 2

Hotel Strand
Hotel Strand
Von der Villa zum Meer
Von der Villa zum Meer

Dung trainiert fürs Klettern
Dung trainiert fürs Klettern
Dung beim Klettern
Dung beim Klettern

 

 

Für die langen Wasser Rutschbahnen bis fast zum Meer war Elke zuständig, die mit Dung dort aktiv sein musste.

 

Das einzige negative Erlebnis war dann das Dinner Buffet am ersten Abend.

 

Schon der Preis pro Person war deutlich zu hoch. Die Qualität des Angebotes aber war armselig. So etwas lasse ich mir natürlich nicht bieten. Beim Einchecken am Morgen begrüßte uns Jean Phillipe vom Management, der deutlich machte, dass bei etwaigen Problemen wir ihn informieren sollten. Also verlangte ich in deutlichem Ton ihn zu informieren. Leider hatte er Feierabend und stattdessen erschien die Managerin der drei Restaurants, hörte mir ausführlich zu und versuchte auch nicht sich herauszureden. Als erste Entschuldigung erließ sie mir komplett die Rechnung im Buffet. Als wir zurück in die Villa kamen stand auf dem Esstisch eine große Etagere, voll mit Schokoladen und Gebäck.

 

 

Poolvilla am Abend
Poolvilla am Abend

 

 

Am nächsten Tag schwammen wir im Meer und in den Pools und dann bekam ich die Nachricht, dass man uns ins deutsch-schweizerische Restaurant Chubeli einlädt und das wir dort den Chef Koch Martin treffen würden. In der Anlage trafen wir dann auch Jean Philippe (JP), der schon Bescheid wusste. Dann sahen sich JP und Luong und fielen sich in die Arme. JP, seine Frau und seine Tochter hatten von Luong für fünf Monate ein Apartment im Maple gemietet und waren außerordentlich zufrieden gewesen. Nun wohnen sie im Mövenpick.

 

 

Um 19 Uhr waren wir im Chubeli. Martin ist Deutscher, der seit vielen Jahren als Chef Koch in Asien engagiert ist. Er entschuldigte sich für unsere schlechte Erfahrung beim Buffet und erklärte genau Ursachen und Hintergründe. Er lud uns ein hier das Essen und das Spaten Bräu zu probieren, auf Kosten des Hauses. Dung blieb bei Spaghetti und Meatballs. Für Luong und Vinh war es der erste Versuch traditionelle deutsche Küche zu testen. Alle vier entschieden wir uns für gegrillte Schweinshaxen! Ohne diesen Anlass hätten wir uns in Asien das sicher nicht bestellt. Aber die Schweinshaxen waren vorzüglich. Elke und ich konnten mit den Dengue Nachwehen nur gut eine halbe Haxe essen. Luong schaffte auch nicht ihre ganze Haxe, aber ihr Bruder Vinh aß eineinhalb davon.

 

 

Jedenfalls haben wir das Wochenende dort genossen und überlegen vielleicht im März noch einmal dort zu buchen.

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Tet – Das asiatische Neujahrsfest und der Corona Virus

 

Am 19. Januar haben uns Luong und Dung verlassen und sind bis zum 08. Februar in die alte Heimat Ha Tinh geflogen. Dort wird zusammen mit Dungs Bruder Minh, den Eltern und den anwesenden Geschwistern mit ihren Familien das Neujahrsfest gefeiert.

 

Elke und ich haben die Zeit hier genutzt um sehr viel am Strand zu sein, in diversen Restaurants zu essen und die grandiosen 90 Minuten Massagen zweimal in der Woche zu genießen. Aber nicht mehr in dem Spa, den ich für die Dengue Quelle halte.

 

Seit vielen Jahren kommen in der Neujahrszeit neben vielen Koreanern und Japanern vor allem chinesische Touristen nach Nha Trang. Sie sind hier nicht gern gesehen, da sie in meistens in Gruppen erscheinen und oft sehr laut sind.

 

 

Tet 2020 das Jahr der Ratte beginnt
Tet 2020 das Jahr der Ratte beginnt

 

In diesem Jahr kommt dann noch der Ausbruch von Corona In Wuhan dazu. Vietnam hat hier sehr schnell reagiert. Alle Flüge von und nach Wuhan wurden sofort gestrichen.

 

An allen Flughäfen und Grenzen wurden Körperscanner eingesetzt. Bei über 38° Körpertemperatur werden die Leute sofort zum Krankenhaus gebracht und dort Blutproben gemacht.

 

Es gibt erste Quarantäne Fälle in Da Nang und Saigon. Hier in Nha Trang müssen wir aber auch vorsichtig sein, wegen der vielen Chinesen. Auf den Straßen sieht man überall Menschen mit Gesichtsmasken. Auch Elke und ich haben uns fünfzig Exemplare besorgen lassen. Wir meiden große Menschenmengen.

 

Viele Geschäfte und Restaurants haben schon Schilder herausgehangen, dass sie wegen der Gefahren für die Allgemeinheit keine Menschen mehr aus China, Taiwan und Hongkong bedienen werden.

 

Jeden Tag lesen wir den Statusbericht in der Vietnam News um weitere Gefahren abzuschätzen. Aber schlimmer als in Bayern (Starnberg) ist es hier auch noch nicht.

 


Bleibt alle gesund – lasst Euch nicht hysterisch machen.

Die allgemeine Grippe rafft jedes Jahr mehr Menschen ins Grab als Corona und SARS zusammen. Und da kräht kein Hahn nach.